Melodien lernen mit Kleinkindern: Do-Re-Mi, Gehörbildung und ein Klavier mit acht Tasten

Babys bewegen sich zur Musik, bevor sie laufen können. Musik müssen wir Kindern nicht erst geben, sie bringen sie schon mit. Für Eltern stellt sich eher die Frage, wie man sie fördert, und die Antwort hat in den ersten Jahren fast nichts mit Notenlesen zu tun.

Immer zuerst das Ohr

Viele musikpädagogische Ansätze stellen das Gehör vor die Notenschrift: Kinder lernen, Melodien zu hören und zu singen, bevor sie sie lesen, so wie sie sprechen, bevor sie lesen. Hören heißt hier: erkennen, dass ein Ton höher oder tiefer ist als der vorige, dass eine Melodie nach oben geht und wieder herunterkommt, dass ein Rhythmus gleichmäßig oder holprig ist. Noten lesen kommt später, so wie auch das Lesen erst nach dem Sprechen kommt.

Das erste Musikinstrument für ein kleines Kind sollte deshalb drei Dinge können: klar und angenehm klingen, so wenige Töne haben, dass sich das Kind zurechtfindet, und schnell echte Lieder möglich machen, damit es sich wie ein richtiger Musiker fühlt.

Warum acht Tasten

Ein ganzes Klavier hat 88 Tasten, und das überfordert Dreijährige. Acht Tasten, eine Oktave vom Do bis zum hohen Do, reichen für viele einfache Lieder. Twinkle Twinkle (bei uns „Morgen kommt der Weihnachtsmann“), Mary Had a Little Lamb und Hot Cross Buns passen in eine Oktave, ebenso der Anfang von Happy Birthday und das Hauptthema der Ode an die Freude. Und bei acht bunten Tasten findet sich auch ein kleines Kind gut zurecht.

Melody Maker ist ein Klavier mit acht Tasten, das auf dieser Idee aufbaut. Die Tasten sind groß, bunt und mit ihren Solmisationsnamen beschriftet (Do, Re, Mi …), und am Laptop lassen sie sich mit den Tasten A bis K spielen. Das entdecken die meisten Kinder, noch bevor du es ihnen zeigst.

Drei Einstiege

Free Play (freies Spiel) ist einfach das Klavier. Tippen, einen Ton hören, einen anderen tippen. Fang hier an und bleib eine Weile hier. Für Dreijährige muss sich das Instrument erst wie ein Spielzeug anfühlen, bevor daraus so etwas wie Unterricht werden kann.

Bei Learn Melodies (Melodien lernen) findet die eigentliche Gehörbildung statt. Ein freundlicher Löwe spielt eine kurze Melodie, während ein hüpfender Ball von Taste zu Taste springt und zeigt, was er gedrückt hat. Dann ist das Kind dran und spielt sie nach. Geht ein Ton daneben, spielt der Löwe die Melodie noch einmal, etwas langsamer. Dreißig Melodien werden nach und nach schwerer:

Jede geschaffte Melodie bekommt einen Stern, und die nächste wird hervorgehoben. So sieht man den Fortschritt.

Bei Song Parade wird mitgespielt: Noten fallen auf die Tastatur zu, und ein Wal dirigiert. Hier geht es weniger ums Gedächtnis und mehr ums Timing, und ältere Kinder lieben es.

Was sie dabei wirklich lernen

Tipps von einem Papa

  1. Das Tempo drosseln. Es gibt einen Schildkröten-Knopf, der die Vorführung des Löwen verlangsamt. Nutz ihn. Vierjährige brauchen ihn bei allem, was länger als sechs Töne ist.
  2. Die Tonnamen singen. Do, Re, Mi laut mitsingen, während dein Kind spielt. So verknüpft sich die Tonhöhe mit einem Wort.
  3. Am Handy quer halten. Die Tastatur braucht die Breite.
  4. Nicht verbessern, sondern noch mal vorspielen lassen. Der Wiederholen-Knopf spielt die Vorführung noch einmal. Lass das Spiel korrigieren, du übernimmst das Ermutigen.
  5. Aufhören, solange es Spaß macht. Eine Melodie am Tag ist ein gutes Tempo.

Wie es weitergeht

Kinder, die alle Melodien schaffen, wollen oft ein echtes Instrument. Ein günstiges Keyboard mit Tasten in normaler Größe ist der natürliche nächste Schritt, und sie wissen dann schon, wie es von Do bis Do klingt.

Quellen

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